Kerwe 2014

17 Sep

Kerweparre Lukas Emig gibt witzige Zoten zum Besten / Zauberer und Mitmach-Disco begeistern die Kleinen

Zwischen all dem bunten Treiben, zwischen Süßigkeitenstand und Schiffschaukel, zwischen Zauberer und Beachparty, ist das gesprochene Wort jedes Jahr der heimliche Höhepunkt der Kerwe beim Skiclub in Trösel. Am Sonntagabend läuft Kerweparre Lukas Emig im Skizelt hinter der Daumbergschule ein und an seinen Lippen hängen die zahlreichen Kerwejünger, um den witzigen Anekdoten zu lauschen.

Skisuche in Saalbach

Beim Skiclub stellt – traditionell – die Fahrt nach Saalbach den Startschuss ins Jahr dar und bot auch 2014 einiges Futter für Emig. „Der Abreisetag ging schon super los“, berichtete der Kerweparre, „beim Busfahrer ging schon das Beladen in die Hoos.“ Malträtiert durch den Ladeklappendeckel mit einer „Platzwund am Hänkaschde so groß wie e Ei“, musste sogar ein Krankenwagen herbei. Kaum war der Busfahrer aber zusammengeflickt, konnte die Fahrt ins Nachbarland – mit Verspätung – aufgenommen werden.

Feucht-fröhlich ging es dann auch gleich am ersten Abend zur Sache – und nahtlos weiter: „Nachm ganze Tag de Buggel zamme runner brumme, un in fast jeder Hütt ohner zur Brust genumme, entscheidet man sich für Kontrastproramm und steht abends in der Dorfdisko stramm“, gab Emig den logischen Gedankengang wieder.

Nach dem Abstellen der Ski und ersten Tuchfühlung mit den Einheimischen („die Türsteher bepöbelt – in der erschte Nacht schon fast vermöbelt“), trat man den Heimweg ins Hotel per Taxi an und bemerkt, dass die Sportgeräte abhanden gekommen sind. „Logischie Schlussfolgerung, wie konns onnascht soi: In den Fall muss der Taxifahrer und die rumänisch Mafia verwickelt soi.“

Das war aber noch lange nicht alles, drei weitere Anekdoten zu den Machenschaften im Oberdorf hatte Emig noch im Gepäck. Dass man mit offenem Kofferraumdeckel nicht aus der Garage fahren sollte, diese Erfahrung machte ein wohl bekannter Ortsansässiger. „Beim rückwärts rausschieße aus de Garage, is se passiert, die kloa Blamage“, rief Emig, „De Kofferraumdeckel zum Belade uffgemacht, awwer e väddel Stunn später hat er nimmer droa gedacht.“ Die Folge: „E kloanie Dell, dazu ein klirrn, do dut er a schun die Heckscheib in de Oifahrt verliern.“

Auf Abwegen durch die Tücken des Navigationsgerätes gerieten weiterhin zwei Nachzügler zur Skiclub-Fahrt nach Willingen: „Des Audo belade un über die Autobahn, sin se em Navi hinnerher nach Willinge gfahrn.“ Das Navi schon mit dem Zielort gefüttert, ist beim Programmieren aber ein kleiner Fehler passiert: „Die Modern Technik is für die zwo doch ko Problem, schun sehn se uffm Display Willinge stehn.“ Also Fuß aufs Gas und ab ans Ziel. Mit einem kleinen Häkchen – denn „nach Willinge im Hochsauerland sin se vermoindlisch hiegeknallt, gelond sin se in Willinge im Westerwald.“

Auch Bohren will gelernt sein

Auch Weinheim blieb von den Trieben der Obertalemer nicht verschont, passiert ist es beim Montieren von Balkenwinkeln: „Damit de Wingel häiwe konn, muss ma dezu vier Lescher bohrn.“ Also nahm der unglückliche Held die Hilti-Bohrmaschine in die Hand und hat losgelegt. Das Problem: „E Loch für en Achter-Düwwel wärs gewese, doch des Ding dutt sich im EG durch de Fußbode fräße.“

Nach dem dritten Loch und einem lauten Schrei bleibt nur festzuhalten: „Bis der Balke hängt is der Fußbode en Schweizer-Käs.“ Und die Moral daraus, wie der Kerweparre abschließt: „Drei Läscher im Bode des Resumee, des nächschde mol muss es a mim kloane Bohrer gehen.“

Kinder gegen Kerweparre

Während die Erwachsenen also die Lachmuskeln trainierten, vergnügte sich der Nachwuchs beim großen Rahmenprogramm. Am Sonntagnachmittag verzauberte der Volker Schmidt-Bäumler alias der „Zauberhafte Schmittini“ sein junges Publikum mit allerlei Tricks. Die FireGirls Minis, Kids und Teens legten flotte Tänze aufs Parkett und in der Kreativecke wurde gebastelt und gemalt.

Der Schlusstag stand im Zeichen des Kindernachmittags: hier kam es bei einigen Spielen zum großen Duell Kerweparre gegen Kinder – ob die Tage davor von Lukas Emig ihren Tribut gezollt haben?

Der Kerweparre zog im Wettbewerb jedenfalls den Kürzeren, was ihn aber nicht davon abhielt, mit den Kindern und seinem Team zum Abschluss der Mitmach-Disco „Atemlos“ zum Besten zu geben.

Noch einmal ging sodann am Abend mit Carsten Best der Fetz ab, ehe in den frühen Stunden des Dienstag die Kerwe begraben wurde – bis zum nächsten Jahr. (mr)

Quelle: OZ vom 17.09.2014

Bilder

Bilder von der Kerwe gibt es hier.